1430 | Burgkapelle als gotischer Backsteinbau für die Grenzbefestigungsanlage Neuhausen (das heutige Schloss Neuhausen), Patronat der seit 1396 hier lebenden 2 Familien von Rohr. |
1510 | Die Balken der Empore stammen aus dieser Zeit |
1532 | Glockengestell mit Glocke mit Inschrift „Ehre sei Gott in der Höhe“ |
1596 | Nutzung als Dorfkirche; erster Pfarrer Gregor Giese |
1618 | Patronat nunmehr durch die Familien von Rohr und von Winterfeld |
1628 | Hans von Rohr stirbt. Die Familie stiftet ein Sandsteinepitaph |
1712 | Alleiniges Patronat durch die Familie von Winterfeld |
1716 bis 1823 | in der Gruft hinter der Kirche sind 11 Mitglieder der Familie von Winterfeld beerdigt. |
1813 | Beim Dorfbrand stürzt die Gewölbedecke der Kirche ein. Es wird eine geputzte Holzbalkendecke eingezogen, die eine kunstvolle Kassettenbemalung erhält |
1837 | Der gesondert stehende Glockenturm mit Kreuz wird errichtet |
1848 | Die Pfarre in Neuhausen wird eigenständig |
1883 | Die Kirche erhält eine Orgel von Lütkemüller |
1906 | Die kleine Glocke von 1532 hat einen Riss und wird umgegossen |
1917 | Die große Glocke wird für Kriegsdienste eingeschmolzen. |
1925 | Renovierung der Kirche (Kennzeichnung am Altar) |
1929 | Die Kirche erhielt eine 2. große Glocke, die jedoch 1942 wieder eingeschmolzen wird |
1981 | Die Dorfkirche wird als Baudenkmal durch den Kreis Perleberg beschildert |
1989 | Frau Angelika Hanack aus Berge wird Pfarrerin von Neuhausen |
1995 | Reparaturarbeiten am gesondert stehenden Glockenturm |
2009 | Instandsetzung der Kirche im Rahmen eines Förderprogramms mit Unterstützung eines Förderkreises (Gesamtvolumen 102.000 €) |
2010 | Weitere Spendensammlung durch den Förderkreis Kirche Neuhausen für weitere Einzelprojekte |
Die Dorfkirche in Neuhausen ist eine der ältesten erhaltenen Dorfkirchen in der Prignitz. Sie stammt aus der 1. Hälfte des 15. Jahrhunderts (1430). Zu dieser Zeit lebten ab 1373 zwei Familien von Rohr auf der großen Wasserburganlage. Ein Hans von Rohr wird 1396 erwähnt, der den Kirchbau wesentlich mit beeinflusst haben könnte. Die Kirche wurde unter dem Patronat der Familie von Rohr recht aufwendig aus Backsteinen, teilweise glasierten Ziegel (am Eingang und den Fenstern) in der Nähe der Neuhausener Burgen errichtet. Wahrscheinlich war eine viel größere Kirche vorgesehen, die dann aber nicht zur Ausführung gelangte. Neben der Kirche wurde erst 1837 ein Glockenturm als Fachwerk mit ziegelsichtigen Ausmauerungen der Gefache erstellt. Er enthält eine Glocke von 1532.
Die Kirche hatte ursprünglich eine zweijochige Decke aus Kreuzrippengewölbe mit nach innen gezogenen Strebepfeilern, die aber leider 1813 bei einem Dorfbrand einstürzte. Danach wurde die noch heute erhaltene flache Holzbalkendecke mit einer Kassettenbemahlung eingebaut. Aus dieser Zeit stammt auch das Gestühl und die Orgelempore.
Aus dem 16. Jahrhundert stammen der hölzerne Kanzelaltar mit den schlicht-derben Schnitzfiguren und dem geschnitzten Wappen der Familien v. Rohr u. v. Maltzahn sowie das aus Sandstein gearbeitete große an der Wand stehende Epitaph für Hans von Rohr ( gest. 1569), das von seiner Witwe gestiftet wurde.
In den Fenstern sind gemalte Wappenscheiben von Georg von Winterfeld (1580-1657) und seinen beiden Frauen, Anna von Saldern (1597 –1628) und Agnes von Mannteuffel, wie auch von Henning Karl von Winterfeld (1858-1944) und seinen beiden Frauen Wally von Haase (1863-1923) und Edelgarde von Kröcher (1889-1962).
An der Rückseite der Kirche wurde 1823 ein Gruftanbau für die Familie von Winterfeld errichtet. Wegen Baufälligkeit lies diesen Rudolf von Winterfeld abreißen. An der Stelle befindet sich jetzt seine eigene Gruft mit der Inschrifttafel: Hier ruhen 11 Mitglieder der Familie von Winterfeld 1823.
Der ehemalige Kirchplatz mit Friedhof ist derzeit teilweise durch eine lose Feldsteinmauer umgrenzt. Am Grundstückeingang stehen zwei Ziegelpfeiler mit einer schlichten Metalltür. Die Straße vor der Kirche wurde nach 1990 vollständig neu mit Abwasserkanal erstellt.
Auf der gegenüber liegenden Straßenseite befand sich der Gutshof wie auch dahinter liegend das auf Burgmauern errichtete Barockschloss. Der Gutshof wurde 1977 überwiegend abgerissen. Ein noch erhaltener desolater Pferdestall wurde inzwischen zum Landhotel ausgebaut.
Das Barockschloss mit Burgteilen und Renaissance-Kapelle wurde ebenfalls wieder aufgebaut und restauriert. Zwischen dem leider nicht mehr vorhandenem Kreuzrippengewölbe der Kirche und den vorhandenen des Burgkellers und auch der Kapelle bestehen Affinitäten, da diese zur gleichen Zeit mit gleichen Materialien entstanden sein müssen.